Gartenbauverein Dillingen a. d. Donau
89407 Dillingen
Kleiner Audamm 12
Siebenschläfereien

Habt ihr schon mal was vom "Siebenschläfer" gehört - jawohl - es gibt ihn und er heißt auch so - weil er halt sieben Monate im Jahr verschläft - natürlich nur die schlechten und kalten Monate - im Sommer ist er putzmunter.

Aber was ist er - und wie sieht er aus - deswegen zuerst ein wenig Biologie -
Siebenschläfer gehören zur Familie der Bilche, sind verwandt mit den Mäusen, sehen ihnen auch ähnlich, nur haben sie einen längeren und vor allem behaarten, puscheligen Schwanz. Dies erinnert wiederum an Eichhörnchen - mit ihnen haben sie ihren Lebensraum gemeinsam - sie turnen und tollen in den Baumkronen herum. Aber gejagt und gefressen wird in der Nacht - vor allem Früchte lieben sie.

Im Sommer werden sie zu geschickten und eifrigen Insektenjägern. Und was macht das putzige Tierchen wohl am Tag - natürlich schlafen. Dazu hat der Siebenschläfer und seine Verwandten (hierzu gehören Gartenschläfer, Baumschläfer und Haselmaus) gleich mehrere Betten in seinem Revier. Hier ein gut gepolstertes Erdloch, dort ein verlassenes Vogelhäuschen - oder auch eine halboffene Kommodenschublade auf dem Dachboden - oder etwas ähnliches. Jedenfalls muß es genug Platz für alle bieten - denn ein geselliges Familienleben schätzt der Siebenschläfer sehr.
Die Größe eines Siebenschläfers mißt vom Kopf bis zum Schwanzende 30 cm - die Verwandten - siehe oben - sind kleiner.





Jedenfalls sind sie niedliche Gesellen, die man aber leider selten zu Gesicht bekommt. Denn wenn die kleinen Tierchen unterwegs sind, schlafen wir alle hoffentlich gut in unseren Betten - und umgekehrt.
Nur wenn man die Gelegenheit hat, mit einem naturkundigen Führer unterwegs zu sein - wie die Jugendgruppe des Gartenbauvereins Dillingen kann man auch das Glück haben, einem Siebenschläfer Auge in Auge ge-genüberzustehen. Naja, der Siebenschläfer wird liegen, weil er ja geschlafen hat - nur der Mensch wird stehen.
Wir - das heißt - die Jugendgruppe des Gartenbauvereins Dillingen, zusammen mit Eltern, Oma, Freunden und unserer Leiterin sind am Feiertag Maria Himmelfahrt, dem 15. August also, zu einem Fahrradausflug nach Finningen aufgebrochen.
Dort haben wir uns bei dem Naturliebhaber getroffen, der uns zu diesem Spaziergang durch die Finninger Flur eingeladen hatte. Wer noch nicht Fahrrad fahren konnte, kam mit seinen Eltern im Auto dorthin.

So gehen wir alle bei schönstem Wetter dem Waldrand entlang. Hier hängen an vielen Bäumen selbstgemachte Vogelkästen, die natürlich jetzt, Ende des Sommers, nicht bevölkert sind. Sie sind ja auch dafür gedacht, daß Vögel ihre Jungen darin aufziehen - und nicht unbedingt dafür, daß ....... ihr werdet es schon erraten - ja,..... Siebenschläfer darin schlafen. Aber dem Erbauer dieser Kästen ist auch diese andere Nutzung lieb und recht.
Er freut sich immer wieder, wenn er, vor allem Kindern, diese kleinen Pelztierchen zeigen kann. Aus Spaß kitzelt er sie auch ein wenig, damit sie zeigen können, daß sie eine Stimme haben. Der Protest klingt wie ein leises, leichtes Donnergrollen aus der Ferne. Jetzt wird der Siebenschläfer ganz wach und turnt im Kasten herum - auch kopfüber hängt er herunter. Nachdem ihn alle ausgiebig bewundert haben, wird der Kasten wieder verschlossen. Wir setzen unseren Weg fort, Schmetterlinge und andere Insekten umflattern uns. An unserer letzten Station sehen wir sogar in einem anderen Kasten mehrere Schläfer - wahrscheinlich eine Mutter mit zwei Kleinen.

Darüber hängt an einer großen Eiche ein Eulenkasten. Und weil Eulen, wie uns der Vogelkastenerbauer sagt, sich gern im Wind wiegen, hat er diesen großen Kasten mit Vorder- und Rückeingang versehen und an einer Schiene befestigt, damit er hin und her schaukelt. Zurzeit hat aber noch keine Eule Einzug gehalten - nur vorn und hinten wird es von Kohlmeisen besetzt, was aber unseren "Baumeister" nicht sehr stört.

Am Bach daneben legen sich fast alle mit dem Bauch auf die Brücke, um von dort aus die Muscheln zu suchen. Es ist das einzige größere Vorkommen von Bachmuscheln in Deutschland. Leider können wir nur eine entdecken. -
Es war aber schon eine Sensation gewesen, als sie vor einigen Jahren entdeckt wurden.
Für die Fußkranken gibt es nun einen Abholservice - die anderen machen sich auf eigenen Füßen auf den Rückweg zu unserem Gastgeber, wo wir verköstigt werden, aber auch noch Vogelkästen an einer Schauwand genauer inspizieren können. Außerdem gibt es noch selbstgebaute "Insekten-Hotels" zu sehen.

Darauf näher einzugehen wäre jetzt zu weitschweifig - nur kurz gesagt - hier können sich die verschiedenen Insekten, von der Schwebfliege bis zur Hornisse, usw. einquartieren . Es gibt für jede Art ein größeres oder kleineres Loch zum Ablegen der Eier.
Auf dem Heimweg wird noch viel über diesen schönen Tag gesprochen - und so kommen wir wieder schnell und wohlbehalten in Dillingen an.
Solche Ausflüge mit lebendiger Naturkunde wünschen wir euch und uns noch viele.