Gartenbauverein Dillingen a. d. Donau
89407 Dillingen
Kleiner Audamm 12
Veredeln
Die Veredlung ist eine ideale Möglichkeit, um auf kleinem Raum verschiedene Obstsorten zu kultivieren.

Anforderung an die Veredelungspartner
- Hervorragende Ausführung der Veredelung
- Ausreichende Verwandschaft
- Es sind Unverträglichkeiten zu berücksichtigen.

wie zeigt sich eine Unverträglichkeit
- Die Veredelung wächst zwar an, aber ist empfindlich gegenüber mechanischen Belastungen.
- Nach dem Anwachsen stirbt die Edelsorte ab.
- Das Edelreis wächst nicht an.


Pfropfen
Am besten schneidet man das Edelreis im Januar und lagert es kühl und in einem feuchten Raum.
Befinden sich die Edelreiser bereits "im Saft ", so wachsen sie nicht an.

Schon im Winter, bei frostfreiem Wetter, sollten die alten Äste der Unterlage abgeschnitten werden.

Nachbehandlung der Veredelung
- Nach dem Anwachsen (4-6 Wochen) Bast lösen
- Wildtriebe an der Unterlage entfernen, dem Edelreis muss die höchste Stellung am Ast bleiben.
- bei Trockenheit wässern
- bei Okulationen im kommenden Frühjahr die Unterlage nach dem Austrieb des Edelauges
  oberhalb der Veredelung abschneiden, dabei Zapfen stehen lassen zum anheften des Edeltriebes.
- Zapfen im Sommer abschneiden, Wunden verstreichen.


Alternanz
Es wird versucht die Alternanz, d.h. Ertragsschwankungen zu vermeiden.
(ein Jahr viel, ein Jahr wenig - oder auch nichts)


Unterlagen

Äpfel
Als geeignete Unterlagen haben sich die Sorten "Bitterfelder" und "Grahams Jubiläum" wegen ihres starken Wuchses und ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Frost herausgestellt.

M1
Stark wachsend, mittlere Böden, frostanfällig

M2
Mittelstark wachsend, gute und mittlere Böden, frostanfällig, blutlausanfällig, resistent gegen Kragenfäule

M4
für schwach-mittelstark wachsende Edelreiser, hoher Ertrag, mittlere Standfestigkeit

M7
Mittelstark wachsend, hohe reiche Erträge, für schwere, feuchte, trockene Lagen, unempfindlich gegen Kragenfäule, anfällig gegen Wurzelkropf.

M9
Schwachwüchsig, hohe, frühe Erträge. Braucht humusreichen Boden, resistent gegen Kragenfäule, anfällig für Feuerbrand

J9
Schwachwüchsig, jedoch wüchsiger und standfester als M9, hohe, frühe Erträge. Braucht humusreichen Boden, resistent gegen Kragenfäule, anfällig für Feuerbrand

M11
Unterlage für Halb-Hochstämme, gut frosthart, später Ertrag

M26
Schwachwüchsig, sehr fruchtbar, nicht resistent gegen Kragenfäule

M27
Die am schwächsten wachsende Unterlage, geeignet für dichte Pflanzungen und Höchsterträge

MM 104
Mittelstark wachsend, für gute Böden

MM 106
Schwachwüchsig, standfest, für trockene und nasse Lagen, mittelfrühe Erträge, gute Qualität

MM 109
Standfeste Unterlage für leichte Böden

MM 111
Mittelstark - starkwüchsig, gute Frosthärte und Krankheitsresistenz, leichte Neigung zur Alternanz


Birnen

In Süddeutschland hat sich die "Kirchsaller Mostbirne" als einzige Sämlingsunterlage durchgesetzt.
Sie ist gut frosthart und hat einen kräftigen Wuchs.
Aber auch auf Weißdorn und der Eberesche können Birnen veredelt werden.
Dies verspricht aber keinen großen Erfolg.

OHF 333
Widerstandfähige Unterlage, virusfrei und schwächerwüchsig

Pyrodwarf
Schwachwüchsig, frosthart, standfest, gute Verträglichkeit

Quitte A
Schwachwüchsig, früher Ertrag, nicht so frosthart, keine Staunässe. Bei Unverträglichkeit mit der Edelsorte kann eine Zwischenveredlung mit "Gellerts Butterbirne" vorgenommen werden.

Quitte C
Frostempfindlich, schwachwüchsig. Geeignet für die Kultur in Kübeln.

Felsenbirne
Sehr schwachwüchsig und nicht langlebig. Nicht empfehlenswert. Geeignet für Wildobstsorte und Ziergehölze.



Pflaumen, Mirabellen, Renkloden

Die häufigste Unterlage ist Prunus cerasifera (Myrobalane). Sie ist standfest, hat einen starken Wuchs und einen hohen Ertrag. Die Unterlage kann eine Alternanz unterstützen. Es treten gelegentlich Ausläufer auf.


Prunus "Bromton"
Starkwüchsig, kräftige Wurzelbildung, standfest

INRA GF 8/1
stark wachsend, früher Ertrag, genauso frosthart wie Myrobalane

St.Julien
Schwächeres Wachstum als bei Prunus cerasifera. Früher Ertrag

St.Julien INRA Nr.2
Mittelstarkwüchsig, hoher früher Ertrag, standfest und resistent gegen parsitäre Wurzelerkrankungen.

St.Julien A
Standfest, schwächer wüchsig

St.Julien INRA 655/2
Schwach - mittelwüchsig

Pixi
besonders schwachwüchsig für Kübelkultur



Kirschen

Noch immer ist der Vogelkirschsämling eine unentbehrliche Unterlage für Süß- und Sauerkirschen.
Verwendet werden auch: "Limburger Vogelkirsche", "Echte Hellrindiger Harzer Vogelkirsche", "Hüttners Hochzucht" und "Altenweddinger Sämlinge"
Die Veredelungsstellen sind oft frostanfällig und neigen zu Harzfluss.

Die Steinweichsel ist für trochene, sandige Böden geeignet. Sie ist schwächer wüchsig und hat häufiger Unverträglichkeiterscheinungen.



Maxima Delbard 14
Schwächer wüchsige Unterlage, virusfrei, Veredlungen sollten in den ersten 3 Jahren nicht beschnitten werden.

Prunus avium F12/1
schwächer wüchsig

Colt
Virusfrei, deutlich schwächer wüchsig als Prunus avium, keine Unverträglichkeiten. Neigung zur Luftwurzelbildung

Gisela 5
Schwachwüchsig, gute Verträglichkeit



Quitten

Es eignen sich die Quitte A und C.

Weißdorn
Für größere Baumformen. Bei Hochstämmen wird der Rotdorn als Stammbildner zwischenveredelt. Anfällig gegen Feuerbrand.

Eberesche
Kräftig waschsende Unterlage